Dr. Stephan Marks, Tel. 0761-682915 marks@ph-freiburg.de

 

Hoffnung

   

 

Ist der Anblick des nächtlichen Sternenhimmels, der Milchstrasse mit ihren Myriaden von Sternen, nicht Ehrfurcht-erweckend? Ist es nicht höchst eindrucksvoll, wie sich im Laufe der Jahrmillionen immer wieder neue Lebewesen entwickelten, ein überwältigender Reichtum an Formen, Farben, Klängen und Düften? Ist es nicht erstaunlich, wie sich am Ende jedes Winters, noch unter einer dicken Schneeschicht, neues Leben zu regen beginnt, das sich in den Frühjahrsmonaten in einer unglaublichen Fülle entfaltet? Ist es nicht ein Wunder, wie sich eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt? Ist die Fähigkeit des Körpers, nach Verletzungen zu regenerieren, nicht enorm? Sind die Fähigkeiten des menschlichen Geistes, die Geheimnisse der Natur zu entschlüsseln, und seine Kreativität nicht beeindruckend? Ist die Schöpfung nicht wunderbar?

Zugleich ist das Leben, solange ich mich zurück erinnern kann, seit den 1950er Jahren, trotz steigendem Lebensstandard stets überschattet von schrecklichen Ereignissen und drohenden Katastrophen: kalter Krieg, Atomkriegsgefahr, Wirtschaftskrisen, Rechtsextremismus, Energiekrisen, Nahostkonflikt, Terrorismus, Armut, Kriege, Hungersnöte, Dürre- und Flüchtlingskatastrophen, Artensterben, Ausbreitung der Wüsten, Atomreaktor-Unfälle, Atommüllskandale, Amokläufe, Gifte in der Nahrung, in der Muttermilch und im Trinkwasser, Schulden- und Finanzkrisen, Klimakatastrophe und vieles mehr. In all diesen Jahrzehnten wurde kaum eines dieser Probleme wirklich gelöst, insofern waren dies verlorene Jahrzehnte. Im Gegenteil scheint sich die Taktfolge der Krisen und Katastrophenszenarios immer noch mehr zu verdichten.

Gibt es Hoffnung ? In meinem neuen Buch Die Kunst, nicht abzustumpfen. HOFFNUNG in Zeiten der Katastrophen (Gütersloher Verlagshaus 2012) zeige ich, wie eine gelingende Zukunft gelingen kann und was jede/r Einzelne dazu beitragen kann.

Stephan Marks, Freiburg, Mai 2012

 

Cover

 

 

Der Autor: Stephan Marks, geb. 1951, Dr. rer. soc., ist Sozialwissenschaftler, Supervisor und Fortbildner. Er engagierte sich seit vielen Jahrzehnten für Frieden, Gerechtigkeit und Naturbewahrung, darunter fünf Jahre in den USA. Er leitete von 1998 bis 2004 das Forschungsprojekt Geschichte und Erinnerung. Stephan Marks ist Vorstandsvorsitzender von Erinnern und Lernen e.V. sowie Sprecher des Freiburger Instituts für Menschenrechtspädagogik.

Er bildet Lehrer und Berufstätige in helfenden, beratenden und psychosozialen Arbeitsfeldern über Menschenwürde und Scham fort; diese Tätigkeit findet vorwiegend in Deutschland, Schweiz und Lateinamerika statt. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, vor allem über die Psychologie des Nationalsozialismus, Scham und Menschenwürde.